Im Herzland
Fächerübergreifende projektorientierte Unterrichtseinheit in der Jahrgangsstufe 8 (Deutsch, Geografie, Biologie, Musik und Sport)
„Allein die Grenzen zwischen den Wissenschaften und Disziplinen, welche auf seltsamen Krümmungen und Zickzacken durcheinander laufen, lassen sich noch viel weniger, als von manchem Staate, durch eine stetige Linie bestimmen...“ schreibt Johann Heinrich Campe in seinen „Fragmenten“ (Campe 1969) und spiegelt hier die Tatsache der von imperialistischer Kolonialpolitik willkürlich und (konflikt-) folgenreich gezogenen Grenzen der Länder Afrikas, um die es in dem diesem Unterrichtsvorschlag zugrunde liegenden Jugendroman unter Anderem auch geht.
Abgesehen aber von dieser Pointe zeigt Campes Bemerkung, dass die Pädagogik der Aufklärung die Problematik der Einteilung der Welt in Disziplinen respektive Schulfächer bereits gesehen hat und dies obwohl es zu Aufklärungszeiten durchaus noch üblich war, dass unterschiedliche universitäre Disziplinen von ein und derselben Person gelehrt wurden. In den in der Geschichte der Didaktik immer wieder erscheinenden fächerübergreifenden Konzepten etwa der Reformschulbewegung (1890-1920) wird das Unbehagen am rein fachlichen Zugang zum Stoff greifbar, ein Unbehagen, das momentan seine bislang letzte Renaissance erlebt im Zusammenhang mit der Bildungsdiskussion der 90er Jahre, mit PISA und anderen Studien und der Diskussion um die neuen konstruktivistisch orientierten Lerntheorien und kompetenzorientierten Unterricht. Weiter >>
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