Kinder in Entwicklungsländern

Ausführlicher Stichwortzettel zu einem Referat (13.Jgsst G9)in freier Rede


1.    Kinderarbeit
1.1 Allgemein

-    neg., wenn psychische und physische Entwicklung des Kindes beeinträchtigt ist -> z.B. wenn ein 6-jähriges Kind jeden Tag 12 Std. in gebückter Haltung am Webstuhl sitzt, hat es nach geraumer Zeit körperl. Schäden
-    Ursache: Verbot der Kinderarbeit eig in fast allen Ländern, aber es wird zu selten durchgesetzt; Behörden werden bestochen; Proteste werden unterdrückt; auch wir sind schuldig, da wir die Billigwaren aus diesen Ländern kaufen; Kinder arbeiten immer aus Not, dass ihre Familien überleben können
-    von allen 246 Mio Kindern zwischen 5 und 17 Jahren weltweit, die Schwerstarbeit verrichten müssen, leben ca. 153 Mio in Asien, 80 Mio in Afrika und 17 Mio in Südamerika -> knapp die Hälfte davon sind Mädchen, die meistens als Dienstmädchen (Arbeitstag von 18 Std. täglich) arbeiten müssen und dadurch auch häufig sexuell missbraucht werden, dadurch werden viele schwanger und verlieren ihren Arbeitsplatz und haben nur noch die Prostitution als Ausweg
-    Schuldknechtschaft = schlimmste Form der Kinderarbeit: Kinder müssen für ihre verschuldeten Eltern sklavenähnliche Arbeiten verrichten
-    Folgen: durch Luftmangel in den Schächten der Mienen, durch die Fasern der Baumwolle etc. erleiden die Kinder häufig Lungenschäden, Asthma, Bronchitis -> das wiederum verursacht einen frühen Tod
-    Verdienst - Bspe.: Glühbirnenindustrie, 6-Tage-Woche, 8 Std/Tag, 2,70 Euro pro Woche; Kaffee-Ernte, 6-Tage-Woche, 10 Std/Tag, 2,70 Euro pro Woche; Teppichindustrie, 90 Ct oder weniger pro Tag
-    durch die körperl. viel zu anspruchsvolle Arbeit wird auch die körperl. und geistige Entwicklung behindert
-    -> keine Rede mehr von Arbeit, Lohn und Menschenwürde, denn die Werkzeuge, mit denen die Kinder teilweise arbeiten müssen, sind oft größer als sie selbst
-    steigende Armut vergrößert die Anzahl der Kinderarbeiter
-    ohne Schulbildung kein Ausweg in Sicht

1.2    Kinderarbeit in Afrika

-    sehr verbreitet -> ca. 80 Millionen Kinder arbeiten für geringsten oder gar keinen Lohn
-    nur wenige arbeiten freiwillig
-    Land = sehr arm -> Familien können sich kaum ernähren, deshalb müssen die Kinder bereits im frühesten Alter arbeiten
-    besonders schlimm im Süden Afrikas: 48 Mio Kinder unter 15 Jahren müssen arbeiten, das sind 29% aller Kinder in Südafrika unter 15
-    Westafrika: jährlich 200.000 Kinder/Jugendliche an Plantagen oder private Haushalte verkauft
-    79% der Kinderarbeit: Land- und Forstwirtschaft, Fleischerei, Jagd
-    unter schlechtesten Bedingungen mit schweren Verletzungen als Folge: gebrochene Knochen, Verbrennungen, Blindheit, Taubheit
-    Arbeitsbed. werden immer schlechter, um Profite zu steigern -> völlig gleichgültig was mit den Kindern passiert, denn es kommt ja immer mehr „Kindernachschub“
-    immer mehr Kinder werden „verkauft“, um an Nahrung zu kommen und Schulden abzubezahlen
-    Was muss geschehen? : -> „gut“ bezahlte Berufe für Erwachsene anbieten
                                                 -> Schulbildung der Kinder wäre möglich
-> ABER: im Moment nicht realisierbar, weil  Unternehmer keine teureren Arbeitskräfte einstellen, wenn sie billige Kinder haben können
-> die einzigen, die etwas ändern könnten sind diejenigen, die von der Kinderarbeit profitieren, allerdings wollen diese natürlich nichts an der Situation ändern, denn sie sind zufrieden
-> also müssten die reichen Industrienationen ein weltweites Kinderarbeitsverbot durchsetzten, indem z.B. Importe aus Afrika nur gestattet werden, wenn nachweisbar keine Kinderarbeit dahinter steckt
- Bsp. eines Kindes aus Afrika: 10 jähriger Junge, Vater starb sehr früh, half auf den Reisfeldern seines Onkels, doch die Ernte war schlecht und so wurde er weggeschickt, Arbeit als Straßenhändler mit einem Saftverkauf, mit neuen Kleidern und Geld zurück zum Onkel, nun ist er Schuhputzer, Schule braucht er keine, er weiß nicht was er dort lernen soll, denn er kennt sich mit Geld gut aus

1.3    Kinderarbeit in Asien

-    Bsp.: 11-jähriges Mädchen arbeitet in einer Ziegelbrennerei, sie ersetzt ihre erkrankte Mutter, Arbeit von 5h früh bis spät abends
-    allg. müssen viele 7-14-jährige in Kohlengruben arbeiten, da dort kein Erwachsener mehr reinkommt
-    viele dieser Kinder gehören auch zu den Straßenkindern, für Mädchen meistens schwieriger zu überleben, denn sie erhalten weniger Lohn als Jungen

2.    Straßenkinder

-    = Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren, die obdachlos sind, von zu Hause weggelaufen sind oder keine Angehörigen mehr haben
-    erbetteln Essen, Lebensmittel und Zigaretten von Passanten oder Touristen
-    leben meistens am Rand der Straße, unter Brücken oder in Ladenpassagen
-    diese Lebensweise zwingt viele Kinder zu Diebstahl und Prostitution
-    Drogenmissbrauch ist auch sehr häufig, um von Hunger und Schmerzen abzulenken
-    sind ständig auf der Flucht vor korrupten Polizisten, die oft im Auftrag von Geschäftsleuten, sie brutal zu hunderten ermorden
-    steigende Anzahl der Straßenkinder
-    über die Hälfte der weltweit geschätzten 100 Mio Straßenkinder leben in Südamerika, vor allem in wuchernden Großstädten -> Mehrheit: Jungen
-    Straßenkinder haben keine Zeit und vor allem kein Geld um in die Schule zu gehen, deshalb können die meisten auch nicht lesen und schreiben -> keine Aussicht auf ein besseres Leben

3.    Bildung der Kinder

3.1 Allgemein

-    weltweit können 72 Mio Kinder nicht zur Schule gehen
-    knapp 55% davon sind Mädchen, die vor allem in Afrika südl. der Sahara und im süd- und südwestasiatischen Raum leben
-    z.B. in Äthiopien, Burkina Faso und Tansania besuchen höchstens 10% der Mädchen eine weiterführende Schule
-    viele Entwicklungsländer investieren weniger als 5% ihres Staatshaushaltes in den Bildungssektor

3.2    „Schulen für Afrika“

-    2004 hat die Nelson Mandela Stiftung (= Friedensnobelpreisträger & ehemaliger Präsident von Südafrika) und UNICEF eine internat. Kampagne gestartet: „Schulen für Afrika“
-    Ziel: benachteiligte Kinder in Afrika in die Schule bringen, wollen Dörfer mobilisieren Schulen aufzubauen; vor allem für die Kinder aus den ärmsten Familien, Mädchen und AIDS-Waise
-    Kampagne unterstützt den Bau und Reparaturen der Schulen, stellt Lern- und Arbeitsmaterialien bereit, fördert die Ausbildung der Lehrer und verbessert die Organisation des Schulbetriebs
-    zuerst 6 Modellschulen

-    vor allem in ländl. Regionen keine Schulen

-    Kinder werden eingeschult, brechen aber sehr häufig wieder ab, da viele Familien, aufgrund der Armut, ihre Kinder zum Arbeiten schicken müssen
-    durch AIDS sind die Chancen auf einen Schulbesuch noch weiter gesunken, denn wenn Eltern an AIDS erkranken, sind sie auf ärztl. Hilfe angewiesen und können somit den Schulbesuch nicht mehr finanzieren
-    in Afrika: Mangel an Lehrern besonders groß
-    Klassen mit 90 Schülern -> verschlechterte Unterrichtsqualität
-    fehlende oder ungenügende Bildung erzeugt Armut und verringert die Entwicklungsperspektiven

3.3    Zukunft

-    Weltgemeinschaft: bis 2015 Grundbildung für alle garantieren, Gesundheitsversorgung verbessern
-    heute gehen in Entwicklungsländern fast genauso viele Mädchen wie Jungen zur Schule
-    in den letzten Jahren konnten 34 Mio Kinder mehr zur Schule gehen

4.    Hilfsorganisationen
     4.1 Worldvision

-    seit über 50 Jahren aktiv
-    hilft Kindern und ihren Familien in Entwicklungsländern
-    nach Naturkatastrophen: langfristige Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln, Zelten usw.
-    nachhaltige Hilfe braucht Zeit: anlegen von Getreidespeichern für Dürreperioden
-    Abwanderung in Städte verhindern
-    viele Projekte befassen sich mit dem Problem von AIDS und HIV und der Friedens- und Konfliktbewältigung
-    Arbeit in 28 Ländern

4.2    SOS – Kinderdorf

-    seit über 50 Jahren aktiv
-    macht sich für die Bedürfnisse, Anliegen und Rechte der Kinder stark
-    im Mittelpunkt der Arbeit stehen alleingelassene oder vernachlässigte Kinder und deren Familien
-    450 SOS – Kinderdörfer
-    in Afrika (s. Folie!), Amerika, Asien, Europa


4.3    UNICEF

-    Arbeit in über 150  Ländern
-    Einsatz für das Überleben von Kindern, Rechte verwirklichen, Lebensbedingungen verbessern, bessere med. Versorgung, ausreichend Ernährung, sauberes Trinkwasser, Bildung
-    Projekt „Schulen für Afrika“ (s.o.) -> 680 neue Schulen erbaut, Trinkwasseranschluss ermöglicht, Fortbildungen für Lehrer -> bessere Unterrichtsqualität

5.    Quellen

-    www.strassenkinder-ev.de
-    www.worldvision.de
-    www.sos-kinderdorf.de
-    www.unicef.de
-    www.sonderschulseminar-stuttgart.de
-    www.bmz.de

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© Lisa Amrehn, Würzburg

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