Kanada: Die borealen Nadelwälder – Nutzungsmöglichkeiten und Umweltprobleme
Ein Referat von Lisa Amrehn, Würzburg

 

1. Begriff „boreale Zone“

  • = Nordwind, Ökozone (auch Taiga genannt)

-    nur auf nördl. Erdhalbkugel, zwischen 50. und 70. Breitengrad
-    kaltgemäßigtes Klima
-    borealer Nadelwald nimmt die größte Waldfläche der Erde ein (ca. ein Drittel) und bildet das größte zusammenhängende Nadelwaldgebiet der Erde
-    betroffene Gebiete: -> Eurasien (Skandinavien, Nordwestrussland, Sibirien, Mongolei)  -> Nordamerika (Kanada, Alaska)
- Temperatur: Extremfall: Temp.amplitude von 100°C. Max = +30°C, Min = -70°C (kalte Jahreszeit dauert länger als 6 Monate)
- Niederschlag: gering (ca. 200mm pro Jahr), Regen hauptsächlich im Sommer
- Besonderheit: das ganze Jahr herrscht ein Permafrostboden (Dauergefrornis), im Sommer kann er bis max. 4m in die Tiefe auftauen (südl. Gebiet), durch diesen Boden kann das Wasser nur schwer abfliesen, dadurch entsteht Hochwasser und es bilden sich Sumpfflächen

2. Relief und Böden

-    größter Teil der borealen Zone wurde während der Eiszeiten von Gletschereis überschoben
-    Podsol („Ascheboden“, Bleicherde, Grauerde)
-    weit verbreitet in der Waldzone sind nährstoffarme Torfmoore
-    Gefahr für Böden: Luftverschmutzung
-    der boreale Nadelwaldgürtel ist gefährdeter als die Mischwälder mittlerer Breiten
-    wahrscheinlichste Auswirkung der globalen Klimaänderung: Erwärmung und Abnahme der Feuchtigkeit -> Freisetzung von Kohlendioxid aufgrund der erhöhten Aktivität der Böden
-    durch größere Trockenheit: Waldbrände -> große Mengen Rauch, Staub, Spurengase und Methan werden in die Atmos-phäre entlassen
-    aber den wirklichen Verlauf wissen wir erst, wenn es zu spät ist, den Kurs noch zu beeinflussen

3. Wachstum und Dynamik

-    Produktivität der borealen Nadelwälder zeigt eine enge Gegenseitigkeit mit den Wachstumsfaktoren pflanzenverfüg-bares Wasser und Temperatur der Vegetationszeit
-    Verjüngungsdynamik; Holzproduktion erreicht in den jüngeren Wäldern keineswegs die Werte der Nutzung in den Altbeständen, was eine Reduktion der Holzmenge bedeutet
-    die derzeitige rasche Temp.zunahme wird die Dynamik der borealen Wälder drastisch ändern -> schnelles Absterben dieser Wälder -> Waldfläche wird um 25% abnehmen, in den übrigen nehmen Dürreschäden, Schadstoffeinträge, Insektenepidemien und Feuer zunehmen
-    auch die Wasserbaumaßnahmen greifen tief in das Ökosystem ein: es soll ein Viertel von Quebec überflutet werden (350 000 km², Fläche entspricht Deutschland) -> Auswirkungen: Klimaveränderung infolge der Einflüsse der riesigen Stauseen, Überflutung von Wäldern, Freisetzung von Schwermetallen (z.B. Quecksilber) aus dem Untergrund

4. Die Waldtypen

-  artenarm
-  Baumarten: v.a. Kiefer, Fichte, Tanne, Lärche, Birke
- Waldtypen: dunkler Fichtenwald, Kiefernwald, dunkle Taiga (schattige Nadelholzmischwälder), lichte Taiga (Lärchenwälder)

5. Wirtschaftliche Nutzung

-    wichtigste Nutzungen: Torfabbau und Holzeinschlag
-    für die Holznutzung vorteilhaft ist:
⇒    einheitliche Artenzusammensetzung
⇒    gute Eignung des Holzes für eine Vielfalt industrieller Verwendungen
-    für die Holznutzung problematisch ist:
⇒    tiefe Temp. und Schnee im Winter
⇒    Vernässung und Versumpfung des auftauenden Ober-bodens v.a. im Permafrostgebiet und in Mooren
⇒    lange Transportwege
⇒    hohe Holzverluste durch Holzfehler und Ernteverluste
⇒    schwierige Verjüngung, langsames Wachstum
-    Verwendung des Holzes: Zeitungsdruck -> größter Hersteller von Zeitungspapier, ca. ⅓ der Weltproduktion
-    Kanada zählt zu den größten Holzexportgebiete in der Welt
-    Holz ist der wichtigste regenerierbare Rohstoff des Landes, von dem jeder 10. Arbeitsplatz abhängt
-    verspätetes Umweltbewusstsein: lange galten Kanadas Holz-reserven als unerschöpflich, aber diese Meinung hat sich natürlich wie schon gesagt geändert, aber die Wirtschaftsweise kaum
-    viele Fabrikanlagen sind überaltert und daher wenig produktiv
-    nur 50% der abgeräumten oder durch Waldbrand zerstörten Flächen wurden wieder bepflanzt, übrige Gebiete der Regene-ration überlassen

6. Umweltschutzpolitik

-    Verständnis für Umweltschutzpolitik entstand in der Öffentlichkeit Kanadas erst in den 60er Jahren, als die mit dem raschen wirtschaftl. Wachstum verbundenen Umweltschäden bekannt wurden
-    Vereinbarung mit den USA: z.B. zum Schutz der großen Seen -> erstaunliche Fortschritte in vergangenen Jahren, z.B. Reduktion von Schadstoffen und Sanierung von Gewässern

7. Quellen

-    Payer, Margarete (1997), Materialien zur Forstwirtschaft
-    Waldportal – Aktuelle Informationen zu den Wäldern der Erde
-    Kutschera, Robert (2006), Taiga
-    www.klett.de
-    Westermann: Praxis Geographie
-    Westermann: Geographische Rundschau
-    www.fri-tic.doc

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